Wie die Zukunft des Buches aussieht

Dezember 17th, 200910:43 pm @ Roman

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Seit der Verbreitung des Internets in der Gesellschaft, hat das Buch stetig an Aufmerksamkeit und Bedeutung verloren. Natürlich hat dieser Prozess von einem sehr hohen Level aus begonnen, sodass sich Verleger und Autoren lange keine Sorgen machen mussten.

Das liegt auch daran, dass das Buch als Kulturgut durch Buchpreisbindung und reduzierter Mehrwertsteuer staatlich gestüzt wird.

Doch mittlerweile nimmt der Bedeutungsverfall solche Ausmaße an, dass sich die Betreffenden die Frage stellen, wo die Reise hingeht.

Das Problem liegt dabei auf zwei Ebenen.

Das Medium Buch

Erstens ist das Medium Buch veraltet und der Sprung auf neue Medien wie Smartphones, Netbooks oder eBookReader ist noch nicht geschehen. Zwar könnte man behaupten, dass ein Buch immense Vorteile gegenüber elektronischen Lesegeräten hat (bessere Lesbarkeit, kein Akku-Problem), aber der Punk ist, dass wir keine Lust haben beides mitzunehmen. Wenn ich schnell mal mit dem Bus in die Stadt fahre, dann schnapp ich mir mein Handy und habe alles, was ich brauche. Ich habe keine Lust noch einen schweren Wälzer mitzuschleppen, um ihn auf der Fahrt zu lesen. Und wieso auch, mein Handy kann doch auch Text anzeigen.

Sollte ich dann eines ausgelesen haben, will ich mir sofort ein neues besorgen können ohne in einen Buchladen laufen zu müssen.

Das Buch als Unterhaltungsgut

Zweitens ist das geschriene Wort als Content weniger attraktiv als früher. Das gilt zumindest Geschichten im Roman-Format.

Irgendwann mal war das Buch ein tolles Geschenk, dann war es ein ungeliebtes Geschenk und heute wird es gar nicht mehr verschenkt.Heute bekommt man Filme oder ganze Staffeln von Fernsehserien auf DVD und die neusten Games für die Spielekonsole. Ganz so extrem ist es  natürlich noch nicht, aber die Entwicklung geht in diese Richtung.

Es ist meiner Meinung nach aber falsch daraus zu schließen, dass insgesamt weniger gelesen wird als früher. Es werden zwar keine Bücher mehr gelesen, dafür aber Blogs, Online-News, Wikipedia, Emails, SMS und Facebook-Statusupdates. Intellektuell gesehen ist das natürlich kein gleichwertiger Ersatz, aber den will auch keiner.

Bücher sind zu teuer

Ein weiterer Faktor ist der hohe Verkaufspreis von Büchern. Texte sind im Internet meist kostenlos zugänglich. Klar, muss ein Buch auch was kosten, so wie man auch zuhause für neue Druckerpatronen und Papier zahlen muss, aber der eigentlihe Inhalt wird nicht mehr als Wert wahrgenommen. Dafür sind die Preise aber einfach zu hoch, viel zu hoch.

Zwar kosten  DVDs auch nicht weniger, aber Kinofilme werden nicht als Gratis-Produkt begriffen, weil sie auch im Internet nicht kostenlos angeboten werden.

Außerdem ist der Gesellschaft klar, wie eine DVD ordentlich was kosten muss. Nicht selten hört man von Produktionskosten von Hunderten von Millionen für einen Hollywood-Streifen. Gleiches kann man von Büchern nicht behaupten.

Wie also kann es weitergehen mit der Buchbranche?

Um das zu Erörtern, mache ich erst mal eine Vermutung:

Bücher werden in der Zukunft nur noch ein Bruchteil dessen kosten, was sie heute tun. Ebooks 25% von heutigen Preisen und Printbücher 50%, schätze ich.

Dieser enorme Preisverfall wird nur bedingt durch höhere Absatzmengen aufgefangen werden und insgesamt wird der Umsatz der Buchbranche erheblich schrumpfen.  Dennoch glaube ich, dass der Absatz wieder steigen wird, denn es gibt  ein große Interesse an den eBooks , wenn der Preis stimmt und die entsprechende Hardware zur Verfügung steht.

Was der Online-Riese Amazon mit seinem eBookReader Kindle veranstaltet, kann höchstens als Experiment angesehen werden. Die Masse wird kein Lesegerät für Hunderte von Euros kaufen, um dann  für die Lektüre dieselben Preise wie im Buchladen zu zahlen. Das ist absurd.

Die Masse wird sowieso nie wieder die Buchpreise von heute bezahlen, denn beim Buch handelt es sich meist um einen von einer einzelenen Person verfassten Text.  Bei einem eBook fällt der Druck weg und die Distribution ist über das Internet so gut wie kostenlos. Da sind Preis von ab 10€ für den Kunden einfach nicht mehr nachvollziehbar.

Fazit

Erst wird alles schlimmer, bevor es wieder besser wird. In den nächsten Jahren werden sicherlich unzählige Verlage und Buchläden verschwinden und die Branche einen tiefen Schock erleiden.

Gleichzeitig werden sich Plattformen und Geräte etablieren, die das eBook alltagstauglich machen, allerdings zu einem viel geringeren Preis als die Print-Ausgabe zuvor.

Für die Hersteller von Lesegeräten bietet sich die einzigartige Chance neben dem Gerät auch den Service zur Verfügung zu stellen, sodass gleich zweimal abkassiert werden kann. Vorgemacht hat das Apple – man zahlt für sein Iphone und dann kauft Pogramme im Appstore, von deren Erlös Apple wieder 30% einsackt. Deshlb glaube ich daran, dass es einen harten Wettbewerb um die Gunst der Konsumenten geben wird.

Für Autoren und Verlage bleibt zu entscheiden, ob sie sich in diesen Wandel einbringen wollen oder versuchen, die Sahne so lange es geht abzuschöpfen, um dann letztendlich zu verschwinden.

Bild:  austinevan / flickr

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