Das Internet hat die Art und Weise verändert, wie wir Neues erfahren. Statt durch eine Zeitung oder Zeitschrift zu stöbern, die einem mehr oder weniger vorschreibt, was einen zu interessieren hat, durchforstet man heutzutage das Internet. Hier gibt es Blogs, die sich auf unsere Lieblingsthemen spezialisieren, hier gibt es Twitter Nutzer, die ihre interessanten Entdeckungen im Internet weiterempfehlen, hier gibt es Dienste wie Digg. Das ist oftmals aktueller und bei entsprechenden Quellen oft sogar qualitativ hochwertiger als so manche Zeitschrift. Man stellt sich selber zusammen, was man lesen möchte.
Interessieren einen aber mehr als 3 Lieblingsthemen, folgt man mehr als 10 interessanten Personen auf Twitter, dann wird es schnell unübersichtlich.
Welche Seiten habe ich schon besucht? Wo könnte es etwas neues geben? Jeder kennt es, man klickt auf einmal von Bookmark zu Bookmark – um die selben Seiten wie immer zu sehen.
Um dieses Problem zu lösen gibt es jetzt schon eine weile das Prinzip des Feeds. Ein Programm wie NetNewsWire oder ein Service wie Google Reader klappern regelmäßig alle von Blogs (und anderen Seiten) bereitgestellten Feeds ab und gucken, ob sich was geändert hat. Ein Feed-Standard wie RSS macht es möglich.
Auf den ersten Blick ein wunderbares System. Aber mit einer für mich sehr grauenvollen Tücke:
Ist man mal eine Woche einen Tag lang nicht am PC, füllt sich der Feedreader mit Nachrichten. Folgt man nun zwei bis drei Blogs zu ähnlichen Themen. Dann kriegt man nahezu identische Nachrichten dreifach. Einfach weil sie aktuell sind. Ob sie einen interessiert oder nicht ist da ziemlich egal. So kommt man schnell zu mehreren 100ten ungelesenen Einträgen. Eine Sache, die mich vor dem Öffnen meines Feedreaders abschreckt. Mich bringt das so weit, einfach gar nichts mehr davon anzugucken. Alles als gelesen markieren. Fertig. Tage voll Nachrichten mit einem Klick übersprungen, ohne irgendetwas davon mitbekommen zu haben – ein totales Informationsloch also.
Darum habe ich mich nach alternativen Konsummöglichkeiten umgesehen. Und die erste gefunden, mit der ich halbwegs glücklich bin war:
Zur Zeit ergänzen sich bei mir (leider noch sehr stark ans iPhone gebunden) zwei Programme ganz hervorragend:
Read-It-Later und Tweetie 2.
Read-It-Later ist eine Art Bookmark-Service, bei dem man z.B. über ein Bookmarklet bzw. eine Firefox Extension Links hinterlegen kann. Diese lassen sich mit einem Webviewer, der die Liste enthält, einsehen. Betrachtete Einträge werden als gelesen markiert. So weit wirkt es wie ein intelligentes Lesezeichensystem für Lesezeichen, die man nur einmal benötigt. Man muss noch immer sämtliche Webseiten ansteuern, laden lassen und lesen.
Richtig Interessant wird es dagegen, wenn ein Mobiles Gerät unter iPhone OS vorhanden ist.
Hier hat Read-it-Later eine eigene iPhone Anwendung, die in der Lage ist, eure Liste vollständig, also mit Bildern oder optional als reinen Text herunter zu laden. Und eben dann auch als reinen, angepasst formatierten Text, also wie im RSS-Reader, darzustellen.
Natürlich müssen die Lister erst irgendwo komfortabel erzeugt werden. Auf dem iPhone haben die führenden Twitter-Apps dieses Prinzip entdeckt und implementiert. In der Desktop Umgebung sucht man es leider verzweifelt. Tweetie 2 zum Beispiel blendet (nach Hinterlegung seines RIL Accounts) im Menü mit „Retweet“ ein „Read Later“, dass euch einen Link, der in einem Tweet vorkommt, auf eure Liste setzten lässt. Hier wird auch der Read-it-Later Konkurrent Instapaper unterstützt.

Viele Blogbetreiber bieten mittlerweile Twitterfeeds ihrer Blogs an. Somit kann man nun Feedreader und Twitterstrom kombinieren. Wenn man mal nicht die Zeit hat, sammeln sich nicht Kilometerweise Texte an. Man überflieg einfach seinen Twitterstrom und bekommt 160-zeilige Kurzinfos. Wenn man genug Zeit hat, oder beim Überfliegen etwas interessantes sieht, steckt man es sich einfach in seinen Read-it-Later „Reader“. Das gibt eine Liste an Nachrichten, die einen interessieren und nicht Themen Doppelt behandeln.
Leider fehlt es mir noch an einer passenden Desktop Applikation. Gerade jetzt in den Semesterferien sitze ich doch wesentlich lieber vor meinem PC, als in der S-Bahn Twitter und Read-It-Later am iPhone zu durchforsten. Doch wer seinen Webkonsum hauptsächlich unterwegs verrichten möchte, kann mit einem iPhone OS Gerät und dieser Kombination glücklich werden.
Hast du das schon gelesen?

März 8th, 2010 → 12:09 am @ Ferdinand
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